Was passiert mit SAS in meinem Körper?

Synthetisch-amorphe Silica (SAS) kann über die Atmung oder mit der Nahrung in den Körper gelangen. Sowohl natürliche Silica als auch SAS wird allerdings vollständig und unverändert vom Körper ausgeschieden. 
Staubpartikel, die Silica-Anteile enthalten, werden beim Atmen bereits in der Nase abgefangen und mit dem Nasensekret ausgeschieden. Kleinere Teilchen werden über zwei Mechanismen davon abgehalten, in den Blutkreislauf zu gelangen. Zum einen werden die Partikel über Schleim und Flimmerhärchen nach außen befördert, zum anderen reinigen die Fresszellen das Lungengewebe permanent von Partikeln. Nur ein sehr kleiner, vernachlässigbarer Teil gelangt tatsächlich in den Blutkreislauf, wird dann aber über die Nieren ausgeschieden. 

Lebensmitteln wird SAS unter der Bezeichnung E 551 zugesetzt. Wenn diese Lebensmittel aufgenommen werden, kann sich ein kleiner Teil der Silica lösen und in den Blutkreislauf gelangen – dieser Teil wird über die Nieren ausgeschieden. Der restliche Teil verlässt den Körper über die ganz normalen Ausscheidungen. 
 
Bei keinem der Aufnahmewege wurde eine Anreicherung von SAS im Körper gefunden. 


Das möchte ich genauer wissen!


Der weitaus größte Teil des mit der Nahrung verzehrten SAS wird mit dem Stuhl ausgeschieden. Nur eine sehr geringe Menge wird über den Darm in Form von löslicher Kieselsäure („lösliche Silica“) in den Blutkreislauf resorbiert und danach mit dem Urin schnell wieder ausgeschieden. Wenn Silica (in Form von E 551) Lebensmitteln zugesetzt wird, kann sich in wässriger Umgebung und in Abhängigkeit vom pH-Wert Kieselsäure bilden, die vom Körper resorbiert werden kann 
(SiO2 + 2H2O → H4SiO4; Orthokieselsäure, manchmal auch als „lösliche Silica“ bezeichnet).


In Mundhöhle und Magen stellt dies keinen relevanten Mechanismus für die Aufnahme von Kieselsäure dar, selbst wenn   E 551 nach Auflösen seiner Trägersubstanz (z.B. Salz) sozusagen „frei“ vorliegt. Die im Vergleich zum Silica-Partikel um ein Vielfaches dickere Schleimschicht (70-100 µm) in der Mundhöhle sorgt für eine effektive Barriere und den Schutz des Mundhöhlenepithels; eine nennenswerte Resorption über die Mundhöhle ist damit praktisch ausgeschlossen. Auch bei dem sehr sauren pH-Wert, wie er im Magen vorliegt, erfolgt kein Abbau des E 551; erst im Dünndarm kann lösliche Silica freigesetzt und teilweise resorbiert werden. Dieser kleine Teil wird in den Silizium-Körperpool integriert. 


Es ist wahrscheinlich, dass Silizium eine strukturelle Rolle bei der Bildung von Bindegewebe, einschließlich von Knochen und Haut spielt. In Knochen und Bindegewebe finden sich die höchsten Silizium-Gehalte, die bei einem wachsenden Organismus höher sind als im fortgeschrittenen Alter. Der Siliziumspiegel im Blut wird über Resorption und Ausscheidung konstant gehalten. Eine Anreicherung von SAS im Körper wurde, unabhängig vom Zufuhrweg, nicht gefunden.