Ist Silica als Lebensmittel-Zusatzstoff (E 551) sicher?

In der EU wird synthetisch-amorphe Silica (SAS) als Lebensmittelzusatzstoff mit der Kennnummer E 551 gekennzeichnet. Die Wirkungen von SAS auf Menschen, Tiere und Umwelt sind umfangreich getestet. In Lebensmitteln kommt SAS nur als sehr kleiner Anteil vor, bisher konnten keinerlei nachteilige Wirkungen auf die Gesundheit nachgewiesen werden. Aber    auch bei größeren Mengen ist die Aufnahme unbedenklich.

Außerdem wird E 551 regelmäßig von der Europäischen Lebensmittelagentur überprüft und ist in der EU als Zusatzstoff zugelassen. Die letzte Evaluierung wurde in Januar 2018 veröffentlicht und hat bestätigt, daß keine Hinweise auf toxikolo-   gische Effekte gefunden wurden und E 551 weiterhin als Lebensmitteladditiv sicher eingesetzt werden kann. Diese Zulas-sung ist wie bei allen „E-Nummern“ eine offizielle Zusicherung an alle Verbraucher, dass der Zusatzstoff sicher ist und un-  bedenklich eingesetzt werden kann.

Das möchte ich genauer wissen!

Synthetisch-amorphe Silica (SAS), die der in der Verordnung (EU) Nr. 231/2012 niedergelegten Spezifikation entspricht, ist in der Europäischen Union (EU) als Lebensmittel-Zusatzstoff E 551 zugelassen und wird regelmäßig von der Euro-        päischen Lebensmittelagentur (EFSA, European Food Safety Authority) hinsichtlich seiner Sicherheit überprüft. Die letzte  Bewertung wurde im Januar 2018 veröffentlicht1:
 - Alle berücksichtigten Studien zeigen keine Hinweise auf toxikologisch relevante Effekte von E 551. 
 - Die höchste getestete Dosis ohne Hinweise auf toxikologische Effekte ist signifikant höher als die geschätzte Exposition      eines normalen Verbrauchers.
 - Die EFSA empfiehlt, weitere Daten zu sammeln, insbesondere eine Studie zur chronischen Toxizität, um einen ADI              (Acceptable Daily Intake: zulässige tägliche Aufnahme) zu definieren.
 - Die EFSA empfiehlt weiterhin, die Spezifikation von E 551 im Hinblick auf Schwermetallgrenzwerte und Partikel-                größenverteilung zu aktualisieren. 

Zusammenfassend kann man sagen, dass die EFSA-Re-Evaluierung die Sicherheit von E 551 als Lebensmitteladditiv           bestätigt hat. 

Da SAS, wie es Lebensmitteln zugesetzt wird, NICHT in einer Form vorliegt, die der derzeit gültigen Definitionsempfeh-   lung für Nanomaterialien der Lebensmittelinformationsverordnung (EU) Nr. 1169/2011 bzw. der Verordnung über neu-artige Lebensmittel (EU) 2283/2015 entspricht, sollte man den Begriff „Nano-Kieselsäure“ oder „Nano-Silica“ im Zusam-menhang mit der Verwendung von SAS als Lebensmittelzusatzstoff nicht verwenden.  

E 551 ist einer der am intensivsten untersuchten Stoffe, und hat bisher weder in Zellkulturen noch am Tier eine nachteilige Wirkung auf die Gesundheit gezeigt, selbst bei extrem hohen Dosen, wie sie über die Nahrung normalerweise nicht auf-  genommen werden können. In jüngerer Zeit wurde eine Studie aus den Niederlanden (Van der Zande et al., Particle &        Fibre Tox. (2014)) veröffentlicht, in denen über Hinweise auf mögliche fibrotische Leberveränderungen bei Ratten nach   wiederholter Applikation von SAS per Schlundsonde über einen Zeitraum von 3 Monaten berichtet wurde. Diese Publika- tion wurde nicht nach OECD-Richtlinie durchgeführt und enthält eklatante Mängel, so wurden bei einer Neubewertung   dieser Studie keine verlässlichen Effekte festgestellt. Dies stimmt mit dem Gesamtergebnis des anerkannten Experten für Nanotoxikologie Prof. Harald Krug überein, der die relevante Literatur der letzten zehn bis zwanzig Jahre umfassend be-  wertet hat: „Die meisten Studien treffen keine klare Aussage über die Sicherheit von Nanomaterialien. Im Gegenteil, die  meisten Arbeiten sind entweder widersprüchlich oder kommen zu einer völlig irrtümlichen Schlussfolgerung. (Fruijtier-     Pölloth, Arch Toxicol. (2016))

Keine der Studien, die nach derzeit gültigen Richtlinien durchgeführt worden sind, zeigte irgendeinen Hinweis auf eine     gesundheitsschädigende Wirkung von SAS auf die Leber oder ein anderes Organsystem, einschließlich des Nerven- und   des Immunsystems. Es ist sehr wichtig, die gültigen Richtlinien einzuhalten, denn nur so können beispielsweise Über-       dosierungen und Messfehler vermieden werden. Auch die Vergleichbarkeit verschiedener Studien ist nur so gewährleistet.


 1EFSA ANS Panel (EFSA Panel on Food Additives and Nutrient Sources added to Food), Scientific Opinion on the re-evaluation of silicon dioxide (E 551) as a food additive. EFSA Journal 2018;16(1):5088, 70 pp